"Fliederblau" – Ein Moment voller Nähe, der die Zeit anhält
In „Fliederblau“ zeichnet Paula Engels einen Moment, der totale, fast unwirkliche Verbundenheit zwischen zwei Menschen zeigt. Wenn die Welt so schön leuchtet, dass man es kaum aushält. Alles da, plötzlich: Sicherheit, Vertrauen, Hingabe. Während man einander doch eigentlich kaum kennt. Wie es sich anfühlen kann, sich zu verbinden, sich zu zeigen, sich zu sehen – als Freund oder Lover, was ein bisschen egal ist, weil es um eine Nähe geht, die überall stehen kann – davon erzählt Paula Engels in ihrer neuen Single, die bei Jive Germany erscheint. „Hautnah seh’ ich all deine Narben / Glaub fast, dass ich all deine auch habe, ja“. Es ist genau dieser Augenblick, der unverhofft und doch so allumfassend über einen einbricht. Vielleicht ein kurzer, aber hoffentlich einer für immer, leichtfüßig und intim. Jede Sekunde davon will man konservieren, ja klar: unmöglich, aber „Sag, wie lang / Hält die Zeit für uns heut an“, singt die Musikerin hoffnungsvoll und sinnlich zu den dreamy Sounds in der Hook. Tastende Töne, gehauchte Silben, die sich nach draußen schieben und in Höhen fischen, die zerbrechlich wirken, genau wie die Situation, die sie beschreiben. Ein wabernder Synthi begleitet Paula Engels Bildwelt, die Wärme ausstrahlt, einen Zustand schafft, der nicht Delir bedeutet, aber auch nicht ganz echt zu sein scheint. Oder? Klein sein, da sein, sich einem Gefühl ergeben, das wirklich kostbar ist und … beängstigend zugleich, ja, wenn das Zulassen von Gefühlen doch immer auch Verluste riskiert. Wenn man umarmt und umarmt werden will, „Halt mich in deinen Armen“. Gerade noch: „Tränenmeer / Glitzert leise / Ich geb ein paar her / Und hoff sie fallen bei dir leichter“, weil es hier leichter als sonst ist, sich wirklich zu zeigen. Weil man sicher ist, drei Minuten vielleicht, „Fliederblau“.